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	<title>Schönschrift &#187; Reflexion</title>
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	<description>Notizen zur Kultur</description>
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		<title>Reflexion 3 &#124; Digitaler Selbstverlag</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 15:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Till Claassen]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
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		<description><![CDATA[Texte zu verfassen ist eine beliebte Aufgabe. Wir alle können es, mehr oder weniger. Wer damit allerdings seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, begibt sich auf einen gefüllten Markt. Wer einen der diversen Journalismus-, Kultur- oder Medienstudiengänge absolviert hat, darf um Praktikumsplätze, &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/reflexion-3-digitaler-selbstverlag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Reflexion+3+%7C+Digitaler+Selbstverlag+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1800" title="Druckerpresse" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/11/druckerpresse.jpg" alt="" width="720" height="306" /></p>
<p>Texte zu verfassen ist eine beliebte Aufgabe. Wir alle können es, mehr oder weniger. Wer damit allerdings seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, begibt sich auf einen gefüllten Markt. Wer einen der diversen Journalismus-, Kultur- oder Medienstudiengänge absolviert hat, darf um Praktikumsplätze, Volontariate und ein paar wertvolle bezahlte Zeilen kämpfen. Jobs sind knapp und die gedruckten Seiten sind begrenzt. Online ist hingegen viel Platz. In Sekunden lässt sich mehr Text laden, als man jemals lesen könnte. <span id="more-1597"></span></p>
<p>Unzählige Formate und Dienste sind textbasiert. Und rein technisch gesehen haben alle Autoren den gleichen Ausgangspunkt: http://schönschrift.org und http://spiegel.de sind beides URLs (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator">Uniform Resource Locator</a>) &#8211; einheitliche Quellenanzeiger. Schon im Begriff steckt eine technische Gleichberechtigung aller URLs. Druckauflage oder Distribution sind kein Thema.</p>
<p>Aber wirklich einfach wird es nie: Die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie gelten mit aller Macht weiter. Schönschrift ist eine Textquelle unter Millionen. Und Gestaltung, Marketing, Lizenzen haben im Digitalen genau die gleiche Relevanz.</p>
<p>Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Schönschrift im Format <em>Blog</em> unter einer eigenen Domain zu betreiben. Wir wollen die Aufmerksamkeit, die den Beiträgen gewidmet wird, nicht einer großen werbefinanzierten Plattform schenken. Wir wollen nicht, dass unsere Besucher nach unbekannten Datenschutzregeln auf Servern in den USA analysiert werden. Wir wollen nicht, dass unsere Artikel irgendwelchen allgemeinen Geschäftsbedingungen einer Blogplattform gehorchen müssen. Und nicht zuletzt wollen wir die Gestaltung der Seite bis ins letzte Detail in der Hand haben.</p>
<h3>Echte Unkosten sind kein großes Thema</h3>
<p>Diese Unabhängigkeit kostet wenig. Ein klassisches Webhostingpaket und zwei Domains (zusätzlich zu schönschrift.org noch schoenschrift.org für weniger umlautbegabte Browser) schlagen jährlich mit 50 bis 60 Euro zu Buche. Das ist zu verschmerzen und dank der ersten und einzigen Einnahme, dem Preisgeld <a href="/artikel/mission-erfuellt-battle-gewonnen-freischwimmer-festival-2011/">vom Freischwimmer-Blogbattle</a> ohne Probleme gedeckt. Auf der Softwareseite entstehen dank dem vielseitigen <a href="http://wordpress.org/">WordPress-Paket</a>, das als <a title="Free and Open Source Software" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Free/Libre_Open_Source_Software">FOSS</a> kostenlos ist, keine Kosten. Und die Bildredaktion kommt mit dem ebenfalls freien <a title="GNU Image Manipulation Program" href="http://www.gimp.org/">GIMP</a> auch längst ohne Photoshop-Lizenz aus.</p>
<p>Viel schwieriger wird die Frage nach dem personellen Aufwand. Wie viel technisches Wissen und wie viel Verwaltungsaufwand sind die Bedingung dafür, auf einer unabhängigen Plattform &#8222;einfach nur schreiben&#8220; zu können? Im schoenschrift-Theme, dem gestalterischen Gewand des Blogs, stecken viele Stunden Arbeit &#8211; und als Vorbedingung Wissen und Erfahrung in Sachen Webentwicklung. Wer sich nicht mit einem vorgefertigten Blogdesign zufriedengeben möchte, muss sich zumindest ansatzweise mit Templates, Style Sheets und dergleichen auseinandersetzen. Um das eigene Schreiben zu ermöglichen bedarf es also zunächst auch einer Portion digitaler Professionalität.</p>
<h3>Müssen und dürfen</h3>
<p>Ein paar juristische Rechte und Pflichten bringt die kleine Publikation auch noch mit sich. Neben einem korrekten <a title="Impressum" href="/impressum/">Impressum</a> steht dabei die Lizenzierung der eigenen und fremden Inhalte im Mittelpunkt. Weil wir uns einig sind, dass kreative, unabhängige Medienproduktion sich gegenseitig referenzieren kann und soll, veröffentlichen wir unsere Texte und eigene Fotos unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">Creative Commons Attribution-Share-Alike-Lizenz</a>. Diese Variante aus dem weltweit anerkannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Lizenzbaukasten</a> erlaubt es Anderen, unsere Inhalte auch jenseits des Zitatrechtes ganz oder teilweise weiterzuverwenden &#8211; solange die Quelle verlinkt wird und das Endprodukt ebenfalls unter einer solchen Lizenz veröffentlicht wird. Wenn unsere Texte dadurch mehr Leser finden, ist das genau in unserem Sinne.</p>
<p>Sich im Bereich der Creative Commons-Lizenzen zu bewegen bringt einen großen Vorteil mit sich: Wir können uns selbst ebenfalls bei all jenen Arbeiten &#8222;bedienen&#8220;, die unter einer passenden Lizenz veröffentlicht wurden. Ein Symbolbild von Köln, mangels Pressebildern vom <em>Tatort</em>? Die <a href="http://www.flickr.com/search/?q=k%C3%B6ln&amp;e=667931&amp;l=commderiv">Suchfunktion der Fotoplattform Flickr.com</a> hilft weiter. Das Ergebnis: Wir haben einen ansprechend <a href="/artikel/tatort-altes-eisen-in-der-ard-koeln/">bebilderten Artikel</a>, der Fotograf einen Bildnachweis samt Link.</p>
<p>Das Thema Lizenzen birgt allerdings Detailfragen: Viele Menschen schließen mit dem Creative Commons-Zusatz &#8222;NC&#8220; (non-commercial) eine kommerzielle Verwendung ihrer Inhalte aus. Ist Schönschrift kommerziell? Dürfen wir jene Inhalte nicht verwenden? Das deutsche Recht ist bei der Definition schwammig. Klauseln wie &#8222;in der Regel gegen Entgelt&#8220; sind schwer anzuwenden. Sind Filmkritiken normalerweise nur gegen Entgelt zu haben? Sobald ein Blog in irgend einer Form Werbung schaltet (und sei es nur, um die oben skizzierten 60 Euro jährliche Serverkosten wieder einzuspielen), ist es kommerziell. Und diese Möglichkeit wollen wir uns offenhalten. &#8222;NC&#8220;-linzenziertes Material ist also Tabu.</p>
<p>Eine weitere Detailfrage ist die Bearbeitung von Inhalten. Der Creative Commons-Lizenzbaustein &#8222;ND&#8220; (no derivatives) erlaubt nur eine unbearbeitete Verwendung. Die Schönschrift-Artikelbilder haben alle ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cinemascope">Cinemascope</a>-Format, mit dem Seitenverhältnis 2,35:1. Eigene Fotos oder zur Verfügung gestellte Pressebilder können ohne Probleme auf dieses Format zugeschnitten werden. Aber: Die Formatänderung ist eine Bearbeitung und kommt somit für &#8222;ND&#8220;-Bilder nicht in Frage. Diese dürfen wir nur im Originalformat übernehmen.</p>
<p>Die Teilhabe am Creative Commons-Universum muss also wohl durchdacht sein, bringt dann aber den großen Vorteil mit sich, dass juristisch belastbar festgelegt ist, wer welche Inhalte wie nutzen darf.</p>
<h3><del>Und wie hoch ist die Auflage?</del> Und liest das auch jemand?</h3>
<p>Bisher beschränkt sich das Marketingkonzept von Schönschrift darauf, von rezensierten Projekten in den Pressespiegel aufgenommen zu werden, bei thematisch passenden anderen Blogs Kommentare und ergänzende Links zu platzieren, sowie bei <a href="http://identi.ca/schnschrft">identi.ca</a> und <a href="http://twitter.com/schnschrft">Twitter</a> per Microblogging auf neue Beiträge aufmerksam zu machen.</p>
<p>Aber Texte wollen gelesen werden. Und natürlich interessiert uns, welche Themen besonders gut ankommen, wie die Navigation auf der Seite genutzt wird und welche Seiten auf uns verlinken. Diese Neugier soll aber nicht in Datenschutzprobleme ausarten, die Nutzung eines externen Dienstes wie etwa GoogleAnalytics kommt daher nicht in Frage. Statt dessen nutzen wir das freie Tool <a href="http://piwik.org/">Piwik</a>, das direkt auf dem Schönschrift-Server läuft. So haben wir einen Einblick in die Nutzung der Seite, ohne Datenberge anzuhäufen oder individuelle IP-Adressen zu speichern.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1796" title="Monatliche Besucherzahlen" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/11/besuchsgrafik-2011-11-.png" alt="Diagramm monatlicher Besucherzahlen." width="523" height="170" /></p>
<p>Die in den etwa achteinhalb Monaten seit dem Start von 13 Autorinnen geschriebenen 78 Texte haben 9308 Seitenbesuche angelockt. Das ist für Internet-Zugriffszahlen keine große Kragenweite, aber zeigt uns doch: Die Texte werden gelesen. Vor allem die Berichterstattung rund um das <a href="/tags/freischwimmer-festival-2011/">Freischwimmer-Festival</a> im März hat viele Artikel in schneller Folge und damit auch viele Zugriffe gebracht.</p>
<h3>Weiter!</h3>
<p>Der technische und organisatorische Aufwand, diese eigene Plattform ins Leben zu rufen, war nicht zu unterschätzen. Mit den einmal etablierten Rahmenbedingungen bietet <em>Schönschrift</em> nun aber genau das, was wir wollten: Eine Gelegenheit, eigene Texte mit Sorgfalt aber ohne äußere Einschränkungen veröffentlichen zu können.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/11/notizen-publizisten.pdf"><img class="alignleft size-full wp-image-1793" title="Notizen" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/11/notizen-publizisten-thumb.jpg" alt="Notizblatt zu diesem Text" width="275" height="275" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/11/notizen-publizisten.pdf">Notizen zu diesem Text als PDF</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Reflexion+3+%7C+Digitaler+Selbstverlag+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Reflexion 2 &#124; Zeit für Hochkultur?</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 07:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hochkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Jessen]]></category>
		<category><![CDATA[Kanon]]></category>
		<category><![CDATA[Terry Eagleton]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Assheuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit (Nr. 28 / 2011) titelt diese Woche mit einem &#8222;Lob der Hochkultur&#8220; und platziert damit eine verschmitzte Provokation in das Sommerloch, das Theater, Konzert- und Opernhäuser für die wohlverdienten Ferien und der Feuilleton  für Grundsatzdebatten nutzt. Die Zeit-Kulturredaktion hat sich &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/reflexion-2-zeit-fur-hochkultur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Reflexion+2+%7C+Zeit+f%C3%BCr+Hochkultur%3F+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-1219" title="Reflexion2" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/07/Reflexion2.jpg" alt="" width="720" height="306" /></em></p>
<p><em>Die Zeit </em>(Nr. 28 / 2011) titelt diese Woche mit einem &#8222;Lob der Hochkultur&#8220; und platziert damit eine verschmitzte Provokation in das Sommerloch, das Theater, Konzert- und Opernhäuser für die wohlverdienten Ferien und der Feuilleton  für Grundsatzdebatten nutzt. Die <em>Zeit</em>-Kulturredaktion hat sich nicht weniger vorgenommen, als plausibel zu machen, &#8222;warum wir nicht preisgeben dürfen, was über Tausende von Jahren zum Maßstab der Zivilisation geworden ist&#8220;. Wir haben uns in Schönschrift auch so unsere Gedanken zur Hochkultur gemacht. Unsere Antwort: <del>Hoch</del>kultur.<span id="more-1211"></span></p>
<p>Während <a href="http://www.amazon.de/Kultur-Kulturwissenschaft-Eine-Einführung-Uni-Taschenbücher/dp/3825218465/ref=sr_1_5?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1310224800&amp;sr=1-5">andere</a> <a href="http://www.amazon.de/Kultur-Theorien-Gegenwart-Stephan-Moebius/dp/3531145193/ref=sr_1_9?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1310224865&amp;sr=1-9">ganze</a> <a href="http://www.amazon.de/Kultur-für-Banausen-wissen-mitreden/dp/3431038247/ref=sr_1_6?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1310224898&amp;sr=1-6">Bücher</a> damit füllen, die Frage zu beantworten, was Kultur ist, ist für <em>Zeit</em>-Autor Jens Jessen in puncto<em> </em>Hochkultur alles glasklar:</p>
<blockquote><p>Jeder weiß, was damit gemeint beziehungsweise nicht gemeint ist: die neue <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Werner_Henze">Henze</a>-Oper, aber nicht der <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_König_der_Löwen_(Musical)">König der Löwen</a>, </em>der neue Roman von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Roth">Philip Roth</a>, aber nicht der neue Thriller von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dan_Brown">Dan Brown</a>.</p></blockquote>
<p>Man könnte hinzufügen: Das was in der <em>Zeit</em> rezensiert wird und nicht in der Fernsehzeitung. Oder: Das was überhaupt in Kritiken und Rezensionen dem Kultur-Benutzer anempfohlen wird, statt einfach auf seiner automatisch generierten Empfehlungsliste bei <em>amazon</em> zu erscheinen. Aber das Eingebundensein des eigenen Berufsstandes streift Jessen nur am Rande. Schade eigentlich. Genau diese Verbindung von Kunst, Kultur und Kritik, die sich gegenseitig erzeugen und bestätigen müssen, wäre aus der Perspektive eines Kulturjournalisten interessant gewesen.</p>
<p>Aber was ist denn nun Hochkultur? Sie ist nicht Massen-, nicht Populär- und keine reine Unterhaltungskultur. Stattdessen ist sie tradiertes Bildungsgut und gesellschaftliche Trittleiter. Sie hat die Macht, darauf weist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Terry_Eagleton">Terry Eagleton</a> hin, zusammen mit der Politik &#8211; und noch stärker als sie &#8211; nationenbildend zu sein. Bei Thomas Assheuer (ebenfalls in der <em>Zeit</em>) ist sie das &#8222;Alte&#8220;, das uns im Internetzeitalter nicht mehr erreicht und berührt. Für Jessen ist eins ihrer Merkmale, dass sie aus öffentlichen Geldern finanziert wird, aber das setzt natürlich schon wieder ihren Wert als Allgemeingut voraus&#8230; Die Katze beißt sich in den Schwanz. Das Konzept der &#8222;Hochkultur&#8220; bleibt diffus.</p>
<p>Der Literaturtheoretiker Terry Eagleton unterscheidet in &#8222;<a href="http://www.amazon.de/Was-ist-Kultur-Eine-Einf%C3%BChrung/dp/3406592279/ref=ntt_at_ep_dpt_3">Was ist Kultur</a>&#8220; nicht Kultur und Hochkultur, sondern Kultur und KULTUR. Es zähle nicht der Inhalt von Kultur, sondern was sie bezeichne.</p>
<blockquote><p>Und was sie heute bezeichnet, ist neben anderen positiveren Dingen die Verteidigung einer gewissen &#8222;Zivilisiertheit&#8220; gegen freche Formen eines sogenannten Barbarismus. Da jedoch diese frechen Formen von Barbarismus paradoxerweise auch als besondere Kulturen angesehen werden können, kommt es zur Polarität von KULTUR versus Kultur.</p></blockquote>
<p>Die Antwort auf die Frage &#8220;warum wir nicht preisgeben dürfen, was über Tausende von Jahren zum Maßstab der Zivilisation geworden ist&#8220;, wäre dann ganz einfach: Weil wir dann neu über diese Zivilisation und ihre Maßstäbe nachdenken müssten. Zum Beispiel, bemerkt auch Jessen, warum zur Hochkultur (wie zur <em>höheren</em> Bildung) nicht jeder den gleichen Zugang hat. Oder warum weite Teile der Gesellschaft in der Hochkultur nicht repräsentiert sind und sie damit immer mal wieder als Leit-Kultur instrumentalisiert werden kann.</p>
<p>Hochkultur oder KULTUR ist eine Auswahl, man könnte auch sagen ein Kanon. Aus den diversen möglichen Kleinigkeiten, die in einer kulturellen Landschaft entstehen, werden wenige ausgesucht, die fortan den Maßstab bilden. Eagleton: &#8222;Hohe Kultur stellt einen direkten Stromkreis zwischen dem Individuellen und dem Allgemeinen her, unter Umgehung alles willkürlich Partikularen.&#8220; Und in Zeiten zusammengestrichener Kulturförderung und schrumpfender Feuilletons wird diese Auswahl immer exklusiver.</p>
<p>Wenn wir hier unsere Texte zur <del>Hoch</del>kultur notieren, dann treffen wir genauso eine Auswahl. Wer schreibt, wählt individuell, worüber er berichten will und postet es dann in der Allgemeinheit der Schönschrift-Beiträge. Trotzdem versuchen wir uns vom Partikularen genau so inspirieren zu lassen, wie von unserem &#8222;zivilisierten&#8220; Background. Dabei kommt <a title="Schwarz ist das neue Schwarz" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/schwarz-ist-das-neue-schwarz/">Populäres</a> auf die Agenda, <a title="Echt digital und unglaublich nah | Kunst global im Google Art Project" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/google-art-project/">Massen-</a>, <a title="One of a kind | Mattel bringt zur WM 2011 Fußball Barbies heraus" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/one-of-a-kind-mattel-wm-2011-fussball-barbie-gender/">Produkt</a>- oder <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/pr-sport-bild-holofernes-taz/">Netzkultur</a>. Wir halten die Augen nach <a title="Optimismus 2010 | Bei 48 Stunden Neukölln ging es ans Eingemachte" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/optimismus-2010-bei-48-stunden-neukolln-ging-es-ans-eingemachte/">Randständigem</a> auf, das zwar zum Kulturbetrieb aber nicht zum Mainstream und schon gar nicht zum Kanon gehört. Besonders viel Freude macht uns der <a title="Erinnerungen in Azeton | Max Ruf zeigt abstrakte Malerei" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/erinnerungen-in-azeton-max-ruf/">künstlerische</a> <a href="http://schönschrift.org/tags/freischwimmer-festival-2011/">Nachwuchs</a>, dem wir uns ein bisschen verwandt fühlen und der noch in keinem festen Begriff verankert ist. Und natürlich notieren wir in Schönschrift jede <a title="Was ist dein größtes Geheimnis? | „Das Interview“am Societaetstheater Dresden" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/das-interview-societaetstheater-dresden/">Menge</a> <a title="In a Lonely Place | Gregory Crewdson im c/o Berlin" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/in-a-lonely-place-gregory-crewdson-co-berlin-fotografie/">astreine</a> <a title="Aufhören! Schluss jetzt! Lauter! | Ein Liederabend im Deutschen Theater Berlin" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/aufhoren-liederabend-deutsches-theater/">Hochkultur</a>.</p>
<p>Denn selbstverständlich lassen wir uns gerne von jeder Art Kultur berühren (Oh doch, Herr Assheuer!), welcher Begriff sie auch immer bezeichnet. Es ist nur so, dass einem im kulturellen Alltag ohnehin fast nur die Großen begegnen. Weil die Auswahl eben nicht nur jene ist, die die Zeitungsredakteure für ihren Kulturteil treffen, sondern schon vorher getroffen wurde. Es geht nicht &#8222;nur&#8220; um Aufmerksamkeit sondern um finanzielle Fakten bei der Verteilung von Produktionsförderungen. Hier ist <em>Hoch</em>kultur, wer nicht jede Saison um seine Mittel bangen muss, der Rest verschwindet. Und <del>Hoch</del>kultur ist für uns, das Gespür für diese Produktionshintergründe der hehren Kunst mit notieren zu lassen.</p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Reflexion+2+%7C+Zeit+f%C3%BCr+Hochkultur%3F+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Reflexion 1 &#124; Den Sicherheitsabstand aufgeben</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 14:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Reflexion]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Schönschrift.org gibt es seit einem guten Vierteljahr Notizen zur Hochkultur. Über 50 Artikel, neun AutorInnen und ein Preis, so lautet die zahlenmäßige Bilanz. Wir haben uns unter anderem in den Bereichen Film, Theater, Bildende Kunst und Kulturpolitik umgeschaut und regelmäßig schwer damit &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/reflexion-1-den-sicherheitsabstand-aufgeben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Reflexion+1+%7C+Den+Sicherheitsabstand+aufgeben+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1170" title="Reflexion1_Bild" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/07/Reflexion1_Bild.jpg" alt="" width="720" height="306" />Auf Schönschrift.org gibt es seit einem guten Vierteljahr Notizen zur <del>Hoch</del>kultur. Über 50 Artikel, neun <a title="Wer schreibt?" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/wer-schreibt/">AutorInnen</a> und ein <a title="Mission erfüllt. Battle gewonnen! | Freischwimmer Festival 2011" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/mission-erfuellt-battle-gewonnen-freischwimmer-festival-2011/">Preis</a>, so lautet die zahlenmäßige Bilanz. Wir haben uns unter anderem in den Bereichen <a href="http://schönschrift.org/themen/leinwand/">Film</a>, <a href="http://schönschrift.org/?s=Bühne">Theater</a>, <a href="http://schönschrift.org/themen/ausstellung/">Bildende Kunst</a> und <a href="http://schönschrift.org/themen/produktion/">Kulturpolitik</a> umgeschaut und regelmäßig schwer damit getan, Inhalte in nur eine dieser Kategorien einzuordnen.</p>
<p>Die Sparte &#8222;Über Uns&#8220; gibt es bislang noch nicht. Wir hielten es für angebracht, erst über uns und unsere Schönschrift zu schreiben, wenn wir &#8211; und unsere LeserInnen &#8211; damit ein paar Erfahrungen in der Öffentlichkeit gesammelt haben. Wir haben uns in ein Experiment gewagt, dessen Ausgang wir trotz &#8211; oder gerade wegen vieler Pläne &#8211; nicht schon zu Beginn absehen konnten.<span id="more-1162"></span></p>
<p>Nun sollen in der Kategorie &#8222;<a href="/themen/reflexion/">Reflexion</a>&#8220; Überlegungen zu unserem Blog, unseren Themen, zur Kulturkritik im Allgemeinen und unserem Schreiben im Speziellen angestellt werden. Wir freuen uns, wenn sich daraus eine Diskussion ergibt. Ein Austausch zwischen denjenigen, die Schönschrift.org bisher gelesen haben, den Schreibenden und denjenigen, über die geschrieben wurde. Für Kritik und Anregungen sind wir mehr als dankbar.</p>
<p>Schreiben und Kunst, das sind zwei Bereiche, die uns faszinieren und die so eng miteinander verknüpft sind. Wie schreibt man über Kunst? Wann ist Schreiben über Kunst Kritik? Wie beeinflusst es unsere Wahrnehmung von Kunst, was wir darüber schreiben (und lesen)? Wo ist die Macht versteckt in diesem Komplex? Und wie kann man an ihr rütteln? Florian Malzacher schrieb 2006 in der Zeitschrift <em>Theater heute </em>(3/2006):</p>
<blockquote><p>Je diskursiger die Kunst, je weiter entfernt von romantischen Geniebegriffen und Werkhermeneutiken, je mehr sie selbst ihre Mittel reflektiert und offen legt, desto näher steht sie der Theorie und somit der Kritik.</p></blockquote>
<p>Wir halten in unserer Themenwahl Ausschau nach &#8222;diskursiger Kunst&#8220;, die man in den Feuilletons häufig vergeblich sucht. Das <a href="http://schönschrift.org/tags/freischwimmer-festival-2011/">Freischwimmer Festival</a> mit seinem Motto &#8222;Rückzug ins Öffentliche&#8220; ist dafür das beste Beispiel. Künstler wie <a href="http://schönschrift.org/tags/andcompanyco/">Andcompany&amp;Co.</a> oder <a title="Erinnerungen in Azeton | Max Ruf zeigt abstrakte Malerei" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/erinnerungen-in-azeton-max-ruf/">Max Ruf</a> fordern ihr Publikum dazu heraus, den eigenen Sicherheitsabstand aufzugeben. Die Aufgabe von Distanz, die doch gerade für den Kritiker von so großer Bedeutung zu sein scheint, interessiert uns. Was passiert, wenn sich Künstler und Kritiker ganz nah begegnen? Wenn beide ihre eigenen Mittel reflektieren, akzeptierend, dass es kein Außen gibt, von dem aus man einen bequemen Überblick hat.</p>
<p>Dabei soll ein kritischer Blick natürlich nicht abgeschafft werden. Es soll aber doch ein produktives Neben- und Miteinander der Künste (als die man die Kritik doch auch bezeichnen könnte, oder?) einem vertikalen Bewertungsschema vorgezogen werden, das dem komplexen Gefüge aus Schreiben, Kunst und Wahrnehmung ohnehin nicht gerecht wird.</p>
<p>Wir als Schreibende geben unsere Deutungs- und Bewertungshoheit ein Stück weit auf, indem wir beispielsweise die Prozesshaftigkeit unserer eigenen Arbeit zeigen. Die Notizen, die wir zu vielen Artikeln veröffentlichen, sollen den fertigen Artikeln einen Teil ihrer Wucht nehmen. Sie zeigen, wie die Auswahl einiger Aspekte aus einer Fülle von Assoziationen zum &#8222;fertigen&#8220; Text führt. Die verlinkten Lexikon-Seiten und Querverweise sind nicht nur ein Angebot an die Leser, sondern auch Recherchematerial. Die Veröffentlichung in Form eines Blogs im Internet macht es möglich die Prozesse des Lesens und Schreibens einander anzunähern, was im besten Fall darin gipfelt, dass Leser ihre eigenen Kommentare hinterlassen.</p>
<p>Damit wird wiederum der Text an den Film, das Stück, das Gemälde oder Foto angenähert, von dem er handelt. Kunstwerke werden nur ganz selten von einem alleine angeschaut und ihren Wert erhalten sie immer über den Austausch und die Übereinkunft. Wie seltsam, dass dem einsamen Kritiker, der von weit weg auf sie herabzuschauen scheint, eine so wichtige Position zukommt! Die Kommentarfunktion wurde auf Schönschrift.org bisher nur spärlich benutzt. Wir vermuten einen Zusammenhang zwischen dieser akzeptierten Einzelposition des Kritikers und der Zurückhaltung beim Kommentieren &#8211; und bitten diese aufzugeben!</p>
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