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	<title>Schönschrift &#187; Papier</title>
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	<description>Notizen zur Kultur</description>
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		<title>Ein Tag mit Alien &#124; Die Comic-Zeichnerin Aisha Franz im Gespräch</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 08:49:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aisha Franz, Jahrgang 1984, zeichnet nach eigenen Angaben am liebsten einfach drauf los und betont in Interviews gerne, was sie nicht so gut kann (Tuschen, Autos&#8230;). Trotzdem wurde ihre Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel gleich von einem der namhaftesten deutschsprachigen &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/aisha-franz-comic-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Ein+Tag+mit+Alien+%7C+Die+Comic-Zeichnerin+Aisha+Franz+im+Gespr%C3%A4ch+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1444" class="wp-caption alignnone"><a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/09/franz-seite-alien.jpg"><img class="size-full wp-image-1444 " title="Aisha Franz &quot;Alien&quot; (ganze Seite anzeigen)" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/09/franz-seite-alien-crop2.jpg" alt="Comiczeichnung Alien" width="720" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Ausschnitt &quot;Alien&quot; (Aisha Franz, Reprodukt Verlag, alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p><em><a href="http://www.fraufranz.com/">Aisha Franz</a>, Jahrgang 1984, zeichnet nach eigenen Angaben am liebsten einfach drauf los und betont in Interviews gerne, was sie nicht so gut kann (Tuschen, Autos&#8230;). Trotzdem wurde ihre Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel gleich von einem der namhaftesten deutschsprachigen Comic-Verlage herausgebracht. In <a href="http://www.amazon.de/Alien-Aisha-Franz/dp/3941099701">&#8222;Alien&#8220;</a> geht es um drei Frauen, einen vielleicht vorhandenen Außerirdischen und das Fremde im Allgemeinen. Eine konzentrierte, melancholische Bildergeschichte mit viel Identifikationspotenzial &#8211; nicht nur für Mädchen. Wir haben in Schönschrift notiert, was Franz uns am Berliner Landwehrkanal erzählt hat.</em></p>
<p><strong>Findest du „Lesen“ ist der richtige Ausdruck für die Comic-Rezeption?</strong></p>
<p>Das ist schwierig, eigentlich müsste man ein neues Wort erfinden. Ein Comic ist ja eine Bildergeschichte, also eine Geschichte in einer Bildabfolge erzählt. Es kann mit Text sein, muss aber nicht. Das ist von Comic zu Comic unterschiedlich. Manche sind eher textlastig und haben dazu begleitend Bilder. Es gibt so unterschiedliche Erzählformen. Bei meinen Comics ist „angucken“ vielleicht das richtige Wort.<span id="more-1448"></span></p>
<p><strong>Und warum ist der Comic deine Form zu arbeiten?</strong></p>
<p>Weil ich gerne zeichne und gerne Geschichten erzähle und das ist dann so zusammen gekommen. Früher wollte ich eigentlich Trickfilme machen und dann habe ich gemerkt, dass Comics für mich die praktischere Form sind, weil man schneller voran kommt und viel mehr erzählen kann als in einem kurzen Trickfilm, weil das ja viel aufwändiger ist. Comic ist für mich: Ich setze mich an den Zeichentisch und zeichne drauf los, ohne groß vorher zu planen und kann Geschichten erzählen. Man ist sein eigener Regisseur und Drehbuchautor. Du sitzt da und denkst dir das ganze Universum deines Comics aus. Das finde ich toll.</p>
<p><a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/09/franz-portrait.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1443  alignleft" title="franz-portrait" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/09/franz-portrait-275x275.jpg" alt="" width="275" height="275" /></a></p>
<p><strong>Hast du immer schon eine Geschichte im Kopf oder eher Bilder? Gibt es da eine Reihenfolge?</strong></p>
<p>Es passiert oft alles gleichzeitig. Ich habe ein Bild oder zeichne eine Figur und denke, da kann ich noch mehr erzählen. Also, meistens geht das von selbst. Dann fange ich an und die Geschichte entwickelt sich einfach. Ich bin nicht so der große Planer. Ich tu mich auch schwer, wenn ich Themen habe. Dann muss ich mich davon erstmal frei machen und einfach anfangen zu zeichnen, ohne dass ich mir zuerst viel ausdenke oder schreibe.</p>
<p>Bei meinem Buch „Alien“ war das genau so. Ich hatte zuerst ein Bild und habe das immer weiter ausgearbeitet und irgendwie ist die Geschichte dann so nach und nach entstanden. Die ist immer weiter gewachsen und am Ende musste ich dann gucken, dass alles irgendwie zusammen passt. Das ist quasi wie im Film. Am Ende sammelt man alles Material und dann baut man zusammen und schneidet.</p>
<p><strong>Der Comic-Blog der FAZ hat dich als <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2011/07/11/kuk-maedchen-vs-alien.aspx">„eine der großen deutschen Comic-Hoffnungen“</a> beschrieben. Wie sieht denn der Arbeits-Alltag von so einer Hoffnung aus?</strong></p>
<p>Erstmal denke ich, dass das gesagt wurde, weil „Alien“ gerade zu so einer guten Zeit erschienen ist, wo so viel Neues kam. Es sind viele neue deutsche Zeichner gerade auf dem Vormarsch und es kommt viel mehr Interesse von außen. Mehr Leute lesen Comics und sie werden häufiger in den Medien besprochen. Das hat sich in den letzten Jahren so peu à peu entwickelt, aber spätestens seit der Begriff „Graphic Novel“ richtig vermarktet wurde, ist es echt viel mehr geworden.</p>
<p>Mit Comics verdient man ja jetzt nicht so das Riesengeld, aber wie sieht mein Arbeitsalltag aus? Ich denke mir viele Geschichten aus. Nach dem Buch habe ich jetzt kleinere Projekte gemacht. Ich publiziere auch meine eigenen Comics, Mini-Comics, also kürzere Geschichten in Heft-Form. Dann bin ich viel unterwegs, zum Beispiel auf Comic-Festivals. Ich habe mit ein paar Leuten zusammen letztes Jahr das Kollektiv „The Treasure Fleet“ gegründet. Wir verlegen alle selbst Comics in kleinen Auflagen und fahren dann auch zusammen auf Festivals und haben jetzt auch hoffentlich bald einen Webshop. Also, ich mache 50er-Auflagen, das ist nicht viel. Vieles verkauft man dann übers Internet und man hat so ein Netzwerk, in dem auch viel getauscht wird. Man bewegt sich da in einem kleinen Radius, aber das ist auch etwas Schönes.</p>
<p><strong>Der Verkauf läuft also schon übers Netz. Bücher werden ja inzwischen auch langsam vom bedruckten Papier gelöst. Wie sehr ist Comic für dich an die Publikationsform Buch gebunden?</strong></p>
<p>Eigentlich ist es für mich schon an die Buchform gebunden. Das hält man in der Hand und es hat gleich eine ganz andere Wertigkeit. Man arbeitet ja auch im Comic sehr stark mit der Form. Man überlegt sich das Layout einer Seite. Wie wirkt eine ganzseitige Zeichnung? Was ist das letzte Panel und was macht Lust umzublättern? Man sucht sich ein schönes Papier aus. Das sind ja schließlich Zeichnungen! Ich denke, das lässt sich nicht ablösen. Es gibt ja auch weiterhin Bücher, auch wenn es viele E-Books gibt. Aber in Buchform – dann ist es eben doch wieder dieses Lesen, was wichtig und was mit drin ist. Sich hinzusetzen und zu schmökern.</p>
<p><strong>Kannst du ein bisschen was über dein Buch „Alien“ erzählen? Worum geht es? </strong></p>
<div id="attachment_1442" class="wp-caption alignright"><img class="size-thumbnail wp-image-1442" title="Alien, Cover" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/09/franz-cover-alien.jpg" alt="" width="275" height="358" /><p class="wp-caption-text">Cover &quot;Alien&quot; (Franz, Reprodukt, alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>Es geht, wie der Titel schon sagt, um einen „Alien“ – auch. Aber nicht vordergründig. Eigentlich ist es die Geschichte von einer Mutter und ihren beiden Töchtern. Die jüngere Tochter, im Buch „Mädchen“ genannt, findet diesen Alien und versteckt ihn bei sich. Sie ist kurz vor der Pubertät. Es ist so eine Art Coming-of-Age-Geschichte. Es geht darum, wie sie diese Veränderung durchlebt und wie sie damit umgeht. Der Alien steht für dieses Fremde. Man weiß eigentlich nicht genau, ob er wirklich da ist oder ob er nur in ihrer Phantasie existiert. Also, sie findet diesen Alien und freundet sich mit ihm an, aber dann fängt schon so eine Spannung an, sich aufzubauen, weil sie eben auch nicht mehr dieses unschuldige kleine Mädchen ist und der Alien im Laufe des Buches auch einen immer männlicheren Charakter erhält. Aber eigentlich ist er so ein ganz passives Wesen, das nur den Zustand des „Mädchens“ widerspiegelt.</p>
<p>Dann ist da noch ihre ältere Schwester. Die ist gerade mit der Schule fertig und ist auch in so einem Zwischenstadium, in einer Selbstfindungsphase, wie auch immer. Zwischen Kindheit, Zukunft, erwachsen werden wollen befindet sie sich in einer Art Leerlauf.</p>
<p>Und dann gibt es noch die Mutter der beiden. Bei allen dreien gibt es so eine surreale Ebene. Den Alien natürlich, bei der großen Schwester ist es die zuckersüße Kindheitswelt, in die sie sich ab und zu flüchtet und die Mutter begegnet ihrem Alter Ego, das sie an ihre zerplatzten Träume erinnert. An verpasste Chancen in ihrem Leben. Und daran verzweifelt die Mutter. Das ganze Buch spielt nur an einem Tag, der Stück für Stück erzählt wird. Es hat viel Raum für eigene Interpretationen.</p>
<p><strong>Dein Verlag <a href="http://www.reprodukt.com/">Reprodukt</a> stellt gerade gemeinsam mit dem Schweizer Verlag <a href="http://www.editionmoderne.ch/">Edition Moderne</a> in der Galerie <a href="http://www.neurotitan.de/">Neurotitan</a> in Berlin Mitte Ausschnitte aus <a href="http://www.neurotitan.de/Galerie/Archiv/2011/110909_supercomics.html">„50 Jahren Super Comics“</a> aus. Gibt es in der Ausstellung Lieblingsstücke oder Vorbilder von dir?</strong></p>
<p>Ehrlich gesagt war mir vieles relativ neu und ich habe auch vieles entdeckt. Vorbilder habe ich nicht so recht, weil ich mich noch gar nicht so lange mit Comics beschäftige. Aber ich habe in der Ausstellung eine sogenannte Fan Art gemacht. Das nennt man so, wenn man von einem Zeichner, den man sehr gerne mag, den Stil übernimmt und den mit dem eigenen vermischt, um so eine Hommage an denjenigen zu schaffen. Und ich habe eben zwei Seiten zu Daniel Clowes gemacht, die in der Ausstellung zu sehen sind. Von dem habe ich mich schon sehr inspirieren lassen.</p>
<p>Die Ausstellung ist so eine Art Entdeckungstour, weil sie sehr gemischt ist. Viele deutsche Zeichner, aber es fing ja alles mit amerikanischen Zeichnern aus der Underground-Szene an, die der Verlag Reprodukt erstmals nach Deutschland gebracht hat.</p>
<p><strong>Welche Projekte sind dir gerade besonders wichtig?</strong></p>
<p>Außer dass ich jetzt verschiedene Sachen, auch international, für Anthologien gemacht habe, bringe ich in meinem Selbstverlag eine Comic-Serie heraus. Das ist eine Geschichte in vier oder fünf Folgen, das weiß ich noch nicht genau. Sie heißt „Brigitte“ und ich arbeite gerade an der dritten Folge. Nächsten Sommer wird das dann vermutlich gesammelt als Buch erscheinen.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>
<p><em>Die Ausstellung &#8222;50 Jahre Super Comics&#8220; ist noch bis zum 1. Oktober 2011 in der Galerie Neurotitan zu sehen. </em></p>
<p><em>Das ungeschnittene Interview steht als Download zur Verfügung. Formate: <a href="/wp-content/uploads/2011/09/franz-interview.mp3">MP3</a> und <a href="/wp-content/uploads/2011/09/franz-interview.ogg">OGG Vorbis</a>.</em></p>
<div style="overflow: hidden; position: absolute; top: -5000px; height: 1px;">Das ungeschnittene Interview steht als Download zur Verfügung. Formate: <a href="http://sch%c3%b6nschrift.org/wp-content/uploads/2011/03/Interview-Freischwimmer-Sajevic.mp3">MP3</a> oder <a href="http://sch%c3%b6nschrift.org/wp-content/uploads/2011/03/Interview-Freischwimmer-Sajevic.ogg">Ogg Vorbis</a>.</div>
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		<title>Neues vom PR-Sport</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 18:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Till Claassen]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die BILD-Zeitung hat sich in den vergangenen zwei Wochen als Reibungspunkt gezeigt, wie schon lange nicht mehr. In Sachen Guttenberg war das Blatt klar auf Seiten des Abschreibers. Das mag statt an einer konservativen Ideologie vielleicht auch nur an der &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/pr-sport-bild-holofernes-taz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Neues+vom+PR-Sport+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_453" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-453" title="Ausschnitt BILD-Anzeige Holofernes" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/holofernes-bild.jpg" alt="Ausschnitt BILD-Anzeige Holofernes" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Bild: BILD (alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>Die BILD-Zeitung hat sich in den vergangenen zwei Wochen als Reibungspunkt gezeigt, wie schon lange nicht mehr. In Sachen Guttenberg war das Blatt klar auf Seiten des Abschreibers. Das mag statt an einer konservativen Ideologie vielleicht auch nur an der teuren Bundeswehr-Anzeigenkampagne gelegen haben, mit der das Verteidigungsministerium <a href="http://www.fr-online.de/politik/vertraege-vorerst-nur-mit-springer/-/1472596/7504662/-/index.html">den Springer-Verlag segnet.</a></p>
<p>Der SPIEGEL fand es jedenfalls an der Zeit, der BILD eine Titelstory zu widmen: „Bild &#8211; die Brandstifter“ prangt es von der aktuellen Titelseite. Übrigens mit einem <a href="http://www.bildblog.de/28339/whos-got-a-match/">vom Künstler Gürsoy Dogtas geklauten Motiv</a>, ohne Fußnote.</p>
<p>Die Musikerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Holofernes">Judith Holofernes</a> (<em>Wir sind Helden</em>) hat sich auch in bester Kreuzberger Manier mit der BILD auseinandergesetzt.<span id="more-441"></span>Eine Anfrage, ob sie für die aktuelle Werbekampagne „Ihre Meinung zu BILD“ ein „kritisches“ Statement über die Zeitung abgeben möchte (moralisch unverdächtig, weil mit 10.000€-Spende an arme Kinder abgegolten), beschied Holofernes mit einer <a href="http://www.wirsindhelden.de/2011/02/1069/">reflektierten aber engagierten Ablehnung</a>, in der sie die Mechanismen der Kampagne klug auseinandernimmt. Konfrontation! Die Website der Band brach unter der Aufmerksamkeit für diese Replik zusammen &#8211; dem Verkauf des Ende Januar erschienenen neuen Album wird es helfen.</p>
<p>BILD, bzw. die zuständige Werbeagentur Jung von Matt hatte Spaß an dieser Kampfansage und tat das naheliegende: Der lange Offene Brief wurde als Statement aufgenommen und in der Kampagne gedruckt. Um noch eins drauf zu setzen: <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/27/bild-zeitung_wirbt_mit_holofernes-absage/">ganzseitig in der taz</a>. Konfrontation!</p>
<p>In der daraufhin ausgelösten Debatte über Käuflichkeit und das Problem der Werbefinanzierung durfte sich auch BILD-Chefredakteur Diekmann <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/03/01/taz-einnahmen_sichern_bild-anzeigen_verhindern/">zu Wort melden</a>, schließlich ist er offiziell „Genosse“ und damit Unterstützer der taz (wie sportlich!). „Dann legt halt zusammen und schafft die Werbung ab“ ist in etwa seine Antwort. Die taz erlaubte sich wiederum einen Scherz und <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/03/01/ihre_meinung_zu_bild_herr_guttenberg/">druckte eine gefälschte BILD-Anzeige</a>, in der Guttenberg seine fiktive Meinung zu dem Blatt kund tut: „Wenigstens selbst geschrieben“.</p>
<p>Ein spannender Schlagabtausch, in der alle Gesten mal ausprobiert werden dürfen: Empörung, Ironie, Ehrlichkeit, Kalkül, Arroganz. Alles kann und muss umgedeutet werden. Und oben drüber steht irgendwie der Konsens, dass das alles ein Spiel ist &#8211; zu dem man am besten eine gute Miene macht.</p>
<p>Willkommen in der PR-Gesellschaft.</p>
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		<title>Zwei sind einer zu wenig? &#124; Heteronormativität und Polyamorie in Tom Tykwers „Drei“</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 08:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der heutigen Gesellschaft genießt die Monogamie als Beziehungsmodell eine wenig hinterfragte Monopolstellung. Doch schon lange hat sich das romantische Ideal „ewiger Liebe“ als unrealistisch erwiesen und ist einer eher ernüchternden Praxis der „seriellen Monogamie“ gewichen. Ohne die Illusion, es &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/heteronormativitat-und-polyamorie-in-tom-tykwers-drei/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Zwei+sind+einer+zu+wenig%3F+%7C+Heteronormativit%C3%A4t+und+Polyamorie+in+Tom+Tykwers+%E2%80%9EDrei%E2%80%9C+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<div id="attachment_378" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-378" title="DREI" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/DREI.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Devid Striesow, Sebastian Schipper und Sophie Rois (Fotos: X-Filme, alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p><em>In der heutigen Gesellschaft genießt die Monogamie als Beziehungsmodell eine wenig hinterfragte Monopolstellung. Doch schon lange hat sich das romantische Ideal „ewiger Liebe“ als unrealistisch erwiesen und ist einer eher ernüchternden Praxis der „seriellen Monogamie“ gewichen. Ohne die Illusion, es könne nur eine einzige wahre Liebe geben, wird der Sinn von „Treue“ aber fragwürdig. Warum muss eine alte Liebe enden, wenn eine neue beginnt?</em></p>
<p>Bei so vielen Gänsefüßchen muss es sich um ein brisantes Thema handeln. Mit den obigen Sätzen bewirbt der Verlag Bertz+Fischer bei Amazon.de Oliver Schotts Buch <a href="http://www.amazon.de/Lob-offenen-Beziehung-Liebe-Vernunft/dp/3865057047/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1298480531&amp;sr=8-1">„Lob der offenen Beziehung. Über Liebe, Sex, Vernunft und Glück“</a> (2010). In der Spalte „Kunden, die dieses Buch gekauft haben, interessierte auch&#8230;“ finden sich unter anderem Dossie Eastons und  Janet W. Hardys „The Ethical Slut. A practical guide to Polyamory, Open Relationships &amp; Other Adventures“ (2009) und „Frühstück zu dritt. Leben und Lieben in Mehrfachbeziehungen“ (2006) von Erhard Söhner und Bärbel Schlender. All diese Handbücher und Ratgeber sind sich darin einig, dass das Modell einer Partnerschaft zu zweit eine einengende Vorgabe aus Gesellschaft und Medien ist und dass dessen Überwindung den Weg zu wahrhaft erfüllenden Liebeserfahrungen weisen kann. Dabei wird vieles in einen Topf geworfen: Liebe, Freundschaft, Familie und Treue, aber auch Eifersucht und Verantwortung, ja sogar Glück.</p>
<p>Mit Tom Tykwers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_%28Film%29">„Drei“</a> sind nicht-monogame, sogenannte polyamoröse Beziehungen auch im letzten Hort der romantischen Ideale, dem Kino, angekommen. <span id="more-369"></span>Und man fragt sich, ob dieser Film die Debatte um Polyamorie und die Flut der Veröffentlichungen dazu erst ausgelöst hat oder ob er schon ihr Symptom ist.</p>
<p>Hannah und Simon sind ein Berliner Paar Mitte 40. Im 20. Jahr ihrer Beziehung sind beide so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass das gemeinsame Leben nicht mehr als den vertrauten Rahmen ihrer Einzelaktivitäten darstellt. In den entscheidenden Momenten sind sie alleine. Sie (Sophie Rois) in ihrem Job in der Kunstbranche und unter angegrauten Herren im Ethikrat. Er (Sebastian Schipper) am Sterbebett seiner Mutter und bei der eigenen Operation. Diagnose: Hodenkrebs. Jeweils alleine sind sie auch, als sie den umtriebigen Adam (Devid Striesow) kennenlernen. Beide fühlen sich von dem vor Unabhängigkeit und Selbstvertrauen strotzenden Lebemann angezogen, beide landen mit ihm im Bett, verlieben sich in ihn. Das Fremdgehen belebt das schon länger auf Eis gelegte Sexualleben der beiden miteinander und selbst Adam, für den Sex neben Segeln, Schwimmen, Singen nur ein weiteres Hobby war, entwickelt echte Gefühle – für beide.</p>
<p>Vier Fünftel des Films erzählen nicht von den titelgebenden „Drei“, sondern zunächst von Einzelgängern, die sich schließlich in drei personell wechselnden Zweierkonstellationen zusammenfinden. Das Zusammentreffen der Drei wäre katastrophal. Während es bei einer Vernissage noch glimpflich abgewendet werden kann, macht gegen Ende der von Reproduktionsforscher Adam belächelte „biologische Determinismus“ jedes Leugnen zwecklos: Hannah wird schwanger und trifft, als sie Adam davon berichten will, ihren halb nackten Mann in dessen Wohnung. Die Bombe ist geplatzt und alle kehren zu ihrer ursprünglichen Einsamkeit zurück. <em>One ist the loneliest number</em>.</p>
<p>Bis dahin hat Tom Tykwer für das deutsche Kino zusammen gebracht, wofür US-amerikanische TV-Serien seit den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts Narrationen und Bilder suchen. Hannah ist eine unabhängige Karrierefrau, die sich gegen Kinder entschieden hat und es, als sie Adam kennenlernt, mit der Beziehungsmoral nicht all zu ernst nimmt. Trotzdem hadert sie hin und wieder mit der Familienlosigkeit und sagt schließlich „OK“, als Simon ihr einen Heiratsantrag macht. „Sex and the City“ lässt grüßen. An der Aufgabe, Homosexuelle Beziehungen wie die Affäre zwischen Adam und Simon für ein Bildschirmpublikum zu etablieren, arbeiteten sich Serien wie die deutsche Lindenstraße und sogar Vampirjägerin „Buffy“ ab. Als hier eine lesbische Beziehung für einen Aufschrei bei den Primetime-Zuschauern sorgte und sich die Produzenten dennoch damit durchsetzten, war ein Meilenstein für das Thema Homosexualität in populären visuellen Medien gelegt. Explizit schwul-lesbische Serien wie „Queer as Folk“ oder „The L-Word“ zogen – zugegeben, mit mäßigem Erfolg – nach.</p>
<p>Solche Formate rückten lange vor „Drei“ der Heteronormativität in Kino und TV zu Leibe, den immer gleichen Geschichten also über einen Mann und eine Frau, die nicht nur das jeweilige geschlechtsspezifische Rollenbild perfekt erfüllen, sondern auch im romantischen Zusammentreffen und der von Ehrlichkeit und Moral geprägten heterosexuellen Beziehung ihre wahre Bestimmung finden. Um die identitäts- und machtpolitischen Implikationen solcher Geschichten geht es in „Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht“ von Jutta Hartmann und anderen (2007), das neben den Ratgebern zur Polyamorie bei Amazon angepriesen wird.</p>
<p>Hier möchte „Drei“ ansetzen und eine wirklich neue Geschichte von einer Beziehung erzählen, die nicht nur die Normen von Genderrollen und heterosexueller Liebe hinter sich lässt, sondern auch die klassische 1:1-Paarkonstellation. Leider hält sich der Film ein wenig zu lange mit der Dreiecksbeziehung als „Other Adventure“ (Easton/Hardy) auf. Die Entscheidung der drei für eine gemeinsame Beziehung und gemeinsame Verantwortung für Hannahs Zwillinge &#8211; Liebe, Sex, Vernunft und Glück à la Oliver Schott also – lässt sich in den weich gezeichneten, mit Musik durchtränkten Klischeebildern am Ende des Films jedoch leider nur erahnen.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/02/notizen-Drei-KG.pdf"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-384" title="Notizen zu &quot;Drei KG&quot;" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/notizen-drei-KG-thumb-275x274.jpg" alt="" width="275" height="274" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/02/notizen-Drei-KG.pdf">Notizen zu diesem Text als PDF</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Zwei+sind+einer+zu+wenig%3F+%7C+Heteronormativit%C3%A4t+und+Polyamorie+in+Tom+Tykwers+%E2%80%9EDrei%E2%80%9C+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Schwarz ist das neue Schwarz</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 11:52:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Brigitte hat Minderheiten für sich entdeckt. Zugegeben nicht erst gestern, sondern schon vor einem Jahr: Frauen, die keine Models sind, dürfen seitdem nicht nur für die Brigitte-Fotografen posieren, sie dürfen sogar auf’s Titelblatt. Die Initiative „ohne Models“ feiert in &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/schwarz-ist-das-neue-schwarz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Schwarz+ist+das+neue+Schwarz+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_82" class="wp-caption alignnone"><a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/01/1954_18.jpg"><img class="size-full wp-image-82 " title="Brigitte-Cover von 1954 (Ausschnitt)" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/01/1954_18-ausschnitt.jpg" alt="" width="720" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Brigitte-Cover von 1954 (Quelle und Bildrechte: Gruner+Jahr)</p></div>
<p>Die Brigitte hat Minderheiten für sich entdeckt. Zugegeben nicht erst gestern, sondern schon vor einem Jahr: Frauen, die keine Models sind, dürfen seitdem nicht nur für die Brigitte-Fotografen posieren, sie dürfen sogar auf’s Titelblatt. Die Initiative „ohne Models“ feiert in der Januar-Ausgabe 2011 Jubiläum. Ein Jahr ohne Models, weil „Frauen, die mitten im Leben stehen, genau die Richtigen sind, um Mode- und Beauty-Trends zu zeigen“ (die Redaktion). Soweit so gut.</p>
<p>Auf dem ausklappbaren Doppel-Cover sind sie alle noch einmal zu sehen. Die Brigitte-Frauen von 2010, die Architektinnen, Ballett-Tänzerinnen, die EDV-Technikerinnen und Lehrerinnen. Bis auf diejenigen, die grade in Los Angeles und Miami oder mit ihrer Band auf Tour sind, haben’s alle geschafft. Ein bisschen Schwund ist immer, wenn man „mitten aus dem Leben“ kommt, mit „Familie, Privatleben, Job“&#8230; Ganz normale Frauen eben. Und zum großen Jubiläum setzt Brigitte sogar noch einen drauf: Die Frauen, die keine Models sind und trotzdem die neue Kollektion für 2011 zeigen dürfen, sind Migrantinnen – zwei sogar mit dunkler Hautfarbe, eine über 60! So. Erstmal sacken lassen. <span id="more-63"></span></p>
<p>Ganze 50 Seiten gönnt sich die Moderedaktion für ihr „Plädoyer für mehr Vielfalt“. Gülüfer, Merve, Alissa und 17 andere zeigen die Sorbet-Farben des Frühlings, glitzernde Party-Outfits und das Comeback des Blazers. Einen Unterschied zu herkömmlichen Modestrecken (mit Models und ohne expliziten Migrationshintergrund) kann man, wie schon in den Heften von 2010, beim besten Willen nicht feststellen. Kaum eine der Frauen trägt mehr als Größe 38, der Altersdurchschnitt dürfte zwischen 20 und 30 liegen und es handelt sich natürlich bei allen abgelichteten Frauen um absolute Schönheiten – perfekt in Szene gesetzt. So viel zum Thema Vielfalt.</p>
<p>Auch Kopftücher, Burkas oder Bindhis wird man vergeblich suchen. Der Exotik-Faktor kommt aber dennoch nicht zu kurz. Passend zur Herkunft (der eigenen, der Eltern oder Großeltern – wer wird denn so kleinlich sein?) posiert Bimini aus Marakesch in Afro-Orient-Roben mit Kopfputz und schweren Ketten, wirbelt Graziella aus Afghanistan wie ein Derwisch in Wüstentönen und posiert Vo Thi aus Japan gar im Geisha-Look mit Pappschirm und Essstäbchen. Viel stärker als auf ihren Migrantenstatus zielt Brigitte hier auf die diffusen „Wurzeln“ der jetzt in Deutschland lebenden Frauen. Dass Mode sich jedoch aus verschiedenen Kulturen bedient, ist nichts Neues. Dass die Frauen, an denen sie gezeigt wird, jetzt nurmehr 1:1 nach den Wurzeln dieser kulturellen Anleihen ausgewählt wurden, ist eher ein Rückschritt in Richtung kultureller Klischees als eine progressive Präsentationsform. Ein irgendwie gearteter Beitrag zum Thema Integration ist es jedenfalls nicht.</p>
<p>Wer nun also ob soviel visueller Folklore das Heft beiseite legen und wieder das Missy Magazine zur Hand nehmen will, dem sei allerdings dringend noch der redaktionelle Beitrag zur „Ausländerdebatte der letzten Monate“ ans Herz gelegt, bei dem einem auch das letzte wohlwollende Schmunzeln vergeht. Wenn Redakteurin Claudia Kirsch über die eben noch modelnden migrantischen Nicht-Models schreibt, dann bleibt einem fast die Spucke weg, wie unverblümt hier Klischees und Exotismus in der Geste ihrer Bekämpfung reproduziert werden. Ihr entgeht nichts: Die deutsch-türkischen Abiturientinnen, die nicht für ihr gutes Deutsch gelobt werden wollen. Die Afrikanerin, der in Deutschland der Familiensinn fehlt, die aber die deutschen „Klassiker“ mag: Ordnung, Zuverlässigkeit, Klarheit. Sie alle, die sie Thilo Sarrazin ebenso ablehnen, wie die Machojungs mit ihrem schlechten Deutsch und deren Eltern, die ihnen nicht bei den Hausaufgaben helfen. „Sie leben gern in unserer Mitte,“ ist da zu lesen. Wo allerdings diese ominöse Mitte ist? (Irgendwo bei „mitten im Leben“ vielleicht?) Wer „uns“ sagen darf und was „Sie“, die eben noch für Vielfalt standen, eigentlich in diesem Moment verbindet? Kein Wort darüber. Ganz im Gegenteil, die Frage „Wir – wer ist das?“ wird vielmehr an die Sarrazins dieser Gesellschaft gerichtet, die die Brigitte-Frauen bei der Integration stören und sie wegen ihrer dunklen Haare und Augen blöd angucken.</p>
<p>Man schüttelt den Kopf, blättert zurück und guckt die Schönheiten mit den dunklen Augen noch einmal an. Wenn niemand erwähnt hätte, dass sie nicht deutsch sind, sondern „mitten aus dem Leben“, dann hätte man sie kaum bemerkt und sich auf die Kleider und Schuhe konzentriert, die sie zeigen. Aber sie sind ja schließlich keine Models, sondern echte Frauen. Man kann nur darüber mutmaßen, ob es für diese echten Migrantinnen nicht besser gewesen wäre, keine weitere Wir-Ihr-Einteilung zu eröffnen, bei der diejenige Wir wird, die im Integrations-Wettbewerb die meisten Punkte sammelt. Die Debatte um ein Zusammenleben in der postmigrantischen Gesellschaft tritt jedenfalls mit Sicherheit weiterhin auf der Stelle, wenn es bei einem nur bedingt flexiblen Wir/Ihr bleibt, einem Integration/Offenheit oder auch Bemühung/Interesse.</p>
<p>Auf dem Cover sind die Brigitte-Frauen mit Migrationshintergrund dann erst im nächsten Jahr zu sehen. Ein Schritt nach dem anderen. Bleibt abzuwarten, ob Deutschland sich in diesem Jahr von Sarrazin &amp; Co. erholt haben wird. Den Brigitte-Leserinnen – und denen, die es jetzt ohne Models und mit Migrantinnen werden wollen – bleibt ein Jahr um sie zu verdauen, diese Integrationsleistung. Nicht anderes haben wir von dir erwartet, du hartnäckige Akteurin im Bereich der Frauenpolitik. Danke, Brigitte!</p>
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